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Die ersten Jahre der Amateurität


Jahresausstellung 2020 Pandemicedition

vom 29.7. – 5.8. in der Orangerie München
Täglich von 14 – 19 Uhr

www.amateurität.de

Serie: Radierte Jahreszeit

Radierte “Der Frühling”
2020
Mixed Media (Tinte auf Papier, Reagenzglas, Radiergummistaub)
43 x 33 cm

Radierte “Der Sommer”
2020
Mixed Media (Tinte auf Papier, Reagenzglas, Radiergummistaub)
43 x 33 cm

Radierte “Der Herbst”
2020
Mixed Media (Tinte auf Papier, Reagenzglas, Radiergummistaub)
43 x 33 cm

Radierte “Der Winter”
2020
Mixed Media (Tinte auf Papier, Reagenzglas, Radiergummistaub)
43 x 33 cm

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Referenz

“Der Frühling”, Jan Brueghel d. Ä. mit Hendrik van Balen, 1616,
“Der Sommer”, Jan Brueghel d. Ä. mit Hendrik van Balen, 1616,
“Der Herbst”, Jan Brueghel d. Ä. mit Hendrik van Balen, 1616,
“Der Winter”, Jan Brueghel d. Ä. mit Hendrik van Balen, 1616 / Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Staatsgalerie Neuburg

“Erased de Kooning Drawing”, Robert Rauschenberg, 1953/ San Francisco Museum of Modern Art

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Zeichen, Pyramide und Gesicht

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»Das Zeichen ist irgendeine unmittelbare Anschauung, die einen ganz anderen Inhalt vorstellt, als den sie für sich hat; – die Pyramide, in welche eine fremde Seele versetzt und aufbewahrt ist. «      

 ――― Enzyklopädie, Hegel

»Hegel wusste, dass dieser dem Signifikanten eigene, belebte Körper auch ein Grab war. «
»das Grab schützt, bewahrt, thesauriert auch das Leben, indem es anzeigt, dass dieses anderswo weitergeht. «
»Sie sanktioniert das Verschwinden des Lebens, indem sie sein hartnäckiges Fortdauern bezeugt. Sie bietet ihm also auch Schutz vor dem Tod. «
»Der Zeichenkörper wird so zum Monument, in dem die Seele eingeschlossen, behütet, bewahrt, in ihrem Zustand erhalten, präsent, bezeichnet wäre. «
»Das Zeichen – Monument-des-Lebens-im-Tod, Monument-des-Todes-im-Leben, die Grabstätte eines lebendigen Atems oder der einbalsamierte Leib, das hoch Aufstrebende, das in seiner Tiefe die Hegemonie der Seele aufrechterhält, der harte Text mit Inschriften bedeckter Steine –  ist die Pyramide.«

――― Der Schacht und die Pyramide, Derrida

Das Zeichen ist »die Pyramide, in welche eine fremde Seele versetzt und aufbewahrt ist. «

Die Pyramide ist ein Symbol für die Seele der Toten, aber einige essentielle Charakteristika der Pyramide hat keine natürliche Beziehung der Ähnlichkeit, der Partizipation oder der Analogie mehr mit den Toten. Zwischen der Pyramide und dem Toten, das heißt hier zwischen dem Signifikat und dem Signifikanten, zwischen der Repräsentation (Bedeutung) und der Anschauung, oder ferner auch zwischen dem Repräsentierten und dem Repräsentierenden der Repräsentation durch Zeichen.

Unpersönliches Bildnis(Judith und Holofernes)Ⅰ、Ⅱ、Ⅲ
2019
Öl auf Leinwand
27 x 21 cm

Unpersönliche Bildnisse

Mein Konzept in der Serie Unpersönliche Bildnisse gilt der Ontologie des “Characters”. In dieser Serie, als Re-präsentation, bearbeitetes Werk, präsentiere ich das Gesicht des Modells aus Gemälden, welche mythischen Ereignissen und Figuren christlicher Geschichte gewidmet sind. Das Sujet ist Judith und Holofernes. Sie sind auch kommunikativ konstruierte Gegenstände, die von vielen Autoren geprägt wurden. Aufgrund des Herstellungsprozesses besitzen meine Entwürfe von Gesichtern keine leibliche Referenz zur außerbildlichen Wirklichkeit mehr. Indem ich eine frontale Aussicht wie bei einem biometrischen Passbild vorführe, versuche ich, die Inszenierung wegzulassen. Mit anderen Worten, ich versuche, dem ursprünglichen Gemälde die ikonographischen Zeichen, die die Identität von Judith zeigen, wegzunehmen.

Wurde in den standardisierten Porträts ein Individuum ohne künstlerisches Surplus geschildert, so erscheint das unpersönliche Bildnis als ein Zeichen, das eigene Bedeutung verloren hat – wie ein leeres Gefäß. Es ist ein prä-humanes Gesicht und strahlt durch eine nicht festzulegende Identität beunruhigende Fremdheit und Mehrdeutigkeit aus.

Das Gesicht (Zeichen) wird statt des Geistes von Judith einen neuen, anderen Geist und ein neues, anderes Leben (Bedeutung) akzeptieren.

Die vollständigen Überspringen der Sphäre: Metapher 超訳

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Porträt des “man” (der heiliger Andreas), 2019

“Ein Nervereiz, zuerst übertragen in ein Bild! Erste Metapher. Das Bild wieder nachgeformt in einem Laut! Zweite Metapher. Und jedesmal vollständiges Überspringen der Sphäre, mitten hinein in eine ganz andre und neue.”

“Zwischen die vollständigen Überspringen der Sphäre, gibt es keine Kausalität, keine Richtigkeit, keinen Ausdruck, sondern es gibt einer frei dichtenden und frei erfindenen Mittelsphäre und Mittelkraft. Darin führt man mit künstlerischschaffenden Subjekt dogmatisch und beliebig aus.”

“Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne”
Friedrich Nietzsche, 1873

“神経刺激は、まずイメージに変換される。第一の隠喩。そのイメージは、今度は音によって模造される。第二の隠喩。 その都度、(まったく別のまったく新たな)完全な領域の飛び越えが起きている。”

“この完全な領域の飛び越えには、因果性も正当性も表現もなく、あるのは自由に創作し、自由に虚構をなす中間領域とそれをつなぐ力である。そこにおいては、芸術的に創造する主観によって独断的に実行される。”

筆者による訳

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Serie: Reinkarnation

( Erstellt im Rahmen des Projekts “ Utrecht, Caravaggio und Europa” mit Alte Pinakothek München )

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” Die Gemälde in der Ausstellung von Caravaggio sind wie Szenen im Theater. Ich wollte nicht die Rolle zeigen, sondern den Mensche dahinter. Dafür habe Ich mit das Bild: “Der heilige Andreas” von Jusepe de Ribera ausgesucht. Ich habe versucht die Inszenierung weg zu lassen und mich für eine frontal Aussicht wie bei einem biometrisch Passbild entschieden. Um mir den Kopf besser von vorne vorstellen zu können, habe ich diesen als dreidimentionalen Kopf modelliert. und ich benutze diesen Kopf als Vorlage für mein Bild. Falls der Mann die Inszenierung des heiliges Andreas weggenommen wird, wird er ein nameloser Mann, das “man”. “

Der heiliger Andreas, 1615/20
Gemälde von Jusepe de Ribera

3D Modell aus Ton, 2019

Porträt des “man” (der heiliger Andreas)
2019
Öl auf Leinwand
72 x 56 cm

Rhetorische Malerei: 修辞学的絵画

SOKRATES: Welche von beiden Überredungen also bewirkt die Redekunst an der Gerichtsstätte und in den andern Volksversammlungen und in Beziehung auf das Gerechte und Ungerechte? Aus welcher das Glauben entsteht ohne Wissen? Oder aus welcher das Wissen?

GORGIAS: Offenbar doch, Sokrates, aus welcher das Glauben.

SOKRATES: Die Redekunst also, Gorgias, ist wie es scheint Meisterin in einer glaubenmachenden nicht in einer belehrenden Überredung in Bezug auf Gerechtes und Ungerechtes.

GORGIAS: Ja.

SOKRATES: Also belehrt auch der Redner nicht in den Gerichts- und anderen Versammlungen über Recht und Unrecht, sondern macht nur glauben. Auch könnte er wohl nicht einen so großen Haufen in kurzer Zeit belehren über so wichtige Dinge.

“Gorgias”, Platon

ソクラテス: さて、修辞学は、法廷やその他の市民集会において、正と不正に関し、どちらの説得をもたらすのだろうか? 知ることなしで生じる信じることによる説得だろうか?それとも、知ることによる説得だろうか?

ゴルギアス: それはむろん、ソクラテス、信じることによるものであろう。

ソクラテス: では、ゴルギアス、修辞学とは、見たところ正と不正に関して教えわからせるのではなく、信じ込ませることによる説得の技術の到達のようである。

ゴルギアス: そうであろう。

ソクラテス: それでは、修辞家というのは、法廷やその他の集会で正しいことや不正なことについて教えわからせるのではなく、ただ信じさせるのですね。というのも、そのように多くの人に短時間で重要なことを教えることなどできないのかもしれない。

筆者による訳

Rhetorische Malerei: 修辞学的絵画

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Epizeuxis: 畳語法
Serie: wiederholte Landschaft, 2016-7

Landschaft
2017
Öl auf Leinwand
160 x 400 cm(vierteilig)

“ Was ist also Wahrheit? Ein bewegliches Heer von Metaphern, Metonymien, Anthropomorphismen, kurz eine Summe von menschlichen Relationen, die, poetisch und rhetorisch gesteigert, übertragen, geschmückt wurden, und die nach langem Gebrauch einem Vollke fest, kanonisch und verbindlich dünken: die Wahrheiten sind Illusionen, von denen man vergessen hat, daß sie welche sind, Metaphern, die abgenutzt und sinnlich kraftlos geworden sind, Münzen, die ihr Bild verloren haben und nun als Metall, nicht mehr als Münzen, in Betracht kommen. ”

“Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne”
Friedrich Nietzsche, 1873

“真理とは、可変するレトリック(暗喩、換喩、擬人化)の一群である。それは、人間による関係づけの集積である。それは、詩的にかつ修辞的に高められ、転用され、修飾されたもの。そして長く使われたのちに、ある民族にとって確固たる正当性をもち、拘束力のあるもののように思われるものである。:すなわち、真理とは錯覚である。 ただそれは、錯覚であることが忘れられてしまった錯覚である。ただそれは、使い古されて、(本来指し示していた)意味を失なってしまった隠喩 である。真理とは、そのイメージが消え、金属ではあるがもはや貨幣ではないと見なされるようになった硬貨である。”

筆者による訳